Bilder fotografieren
Test 2
Die eigene Arbeit im Atelier fotografieren – hochwertige Repros ohne Studio
Gute Reproduktionen sind kein Hexenwerk. Wenn ihr ein ordentliches Smartphone habt – oder noch besser: eine solide Kamera – könnt ihr eure Arbeiten im Atelier so fotografieren, dass sie online professionell wirken. Entscheidend ist weniger teures Equipment als ein sauberer, kontrollierter Prozess.
Im Folgenden findet ihr zentrale Punkte, auf die es ankommt, plus eine Step-by-step-Anleitung, mit der ihr eure Fotos auf ein Niveau bringt, das für den Online-Verkauf wirklich funktioniert.
Worauf es bei Kunst-Repros wirklich ankommt
1) Keine Verzerrungen
Leinwandkanten und Rahmen müssen gerade wirken. Das bedeutet: Kamera exakt frontal ausrichten, nicht „leicht schräg“, nicht von oben/unten. Schon kleine Abweichungen lassen Arbeiten billig oder dokumentarisch wirken – und das ist das Gegenteil von dem, was ihr im Verkauf wollt.
2) Helligkeit und vor allem Farbigkeit müssen stimmen
Sammler:innen kaufen nicht nur ein Motiv, sondern Materialität: Tonwerte, Nuancen, Oberflächen. Wenn Farben zu warm/kalt sind oder Kontraste kippen, entsteht Misstrauen – besonders bei hochpreisigen Arbeiten. Ziel ist eine neutrale, konsistente Farbwiedergabe über alle Aufnahmen hinweg.
3) Detailaufnahmen sind kein „Bonus“, sondern Pflicht
Für den Online-Verkauf braucht es mehr als ein Frontfoto. Plant ungefähr 6–8 Detailbilder pro Arbeit ein: Struktur, Pinselduktus, Schichtungen, Übergänge, Signatur, ggf. Rahmung. Der Gedanke dahinter ist simpel: Der oder die Betrachter:in muss sich das Werk so gut vorstellen können, dass auch ein Kauf im Bereich von 5.000 € plausibel wird – ohne das Original gesehen zu haben.
4) Einheitlicher, cleaner Look (auch im Hintergrund)
Die Herausforderung ist nicht nur das Werk, sondern die Serie: Alle Bilder sollten in Hintergrund, Licht und Anmutung ruhig, clean und konsistent sein. Online muss Kunst oft sogar „slicker“ und hochwertiger präsentiert werden als viele Luxusgüter in klassischen Shops – weil Vertrauen und Wertigkeit fast vollständig über Bildqualität vermittelt werden.
Bildbearbeitung: sauber, nicht „überbearbeitet“
In den meisten Fällen kommt ihr ohne Postproduktion nicht auf das gewünschte Niveau. Ideal ist Adobe Photoshop, weil ihr Perspektive, Zuschnitt und Farbkorrekturen präzise und reproduzierbar steuern könnt. Wenn ihr kein Photoshop habt, geht es zur Not auch mit GIMP – wichtig ist, dass ihr systematisch vorgeht und euch eine wiederholbare Routine baut.
Step-by-step: so kommt ihr zu „verkaufsfähigen“ Fotos
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Aufbau vorbereiten: Werk plan, Hintergrund ruhig (z. B. weiße/neutral graue Wand), keine sichtbaren Kanten oder störende Schatten.
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Kamera stabilisieren: Wenn möglich Stativ verwenden. Das erhöht Schärfe, Konsistenz und spart Zeit.
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Frontal ausrichten: Kamera parallel zur Bildfläche. Gerade Linien sind nicht verhandelbar.
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Licht kontrollieren: Gleichmäßiges Licht ohne Hotspots oder Reflexe. Lieber weich und neutral als dramatisch.
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Hauptaufnahme + Details: 1–2 Gesamtansichten, danach 6–8 Details (Materialität, Oberfläche, relevante Zonen).
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Nachbearbeitung: Perspektive begradigen, sauber zuschneiden, Weiß-/Farbabgleich und Helligkeit angleichen – ohne den Charakter des Werks zu verfälschen.
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Serie angleichen: Alle Fotos einer Arbeit sollten sich wie „aus einem Guss“ anfühlen.
Wenn ihr Zugriff auf Profi-Equipment habt: nutzt es
Falls ihr jemanden kennt, der eine sehr gute Kamera und ein Stativ hat: perfekt. Mit der Anleitung könnt ihr damit Repros auf Profi-Level erstellen – ohne Studio-Miete. Und genau das ist das Ziel: Wir wollen nicht nur „irgendwie dokumentieren“, sondern Sammler:innen, Museen und Kunstvereine ansprechen. Dafür braucht es High Quality – sichtbar, verlässlich und konsistent.
Wenn du willst, kann ich den Text auch als fertig layoutete Website-Sektion strukturieren (mit Zwischenüberschriften, kurzen Infoboxen „Do/Don’t“, und einer kleinen Checkliste zum Download-Stil).

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