Student, HFBK Hamburg, Prof. Rajkamal Kahlon
Meine künstlerische Praxis bewegt sich von der Auseinandersetzung mit Farbe, Ornamentik und Mode hin zur figurativen Malerei. Die Malgründe begreife ich als Bühne für inszenierte Selbstporträts, in denen ich verschiedene Rollen und Charaktere einnehme. Durch diese bewusste Selbstdarstellung reflektiere ich gesellschaftliche Wahrnehmungen von Queerness sowie Mechanismen der Objektifizierung. Meine Arbeiten verstehe ich als Raum, in dem sich Eigen- und Fremdwahrnehmung untersuchen und verschieben lassen. Ausgangspunkt meiner Malereien sind meist selbst verfasste Texte – von einzelnen Sätzen bis hin zu tagebuchartigen Gedichten –, die meine Gefühle, Wünsche und Alltagswahrnehmungen verdichten und sich häufig in den Titeln wiederfinden. Die Kompositionen entwickeln sich als Zusammenspiel von Figur und Umwelt: Ornamente und Farbkombinationen fungieren als visuelle Bühnenräume. Diese speisen sich aus Referenzen wie Architektur, Filmkulissen und der Pattern and Decoration-Bewegung, mit einem Fokus auf organisch-geometrische Formen und nicht-westliche Einflüsse. Die Farbwahl erfolgt intuitiv und prozesshaft – ein „visuelles Kochen“, bei dem Farben wie Geschmäcker kombiniert werden, um Spannung und Balance zu erzeugen. Inspiriert bin ich dabei von der künstlichen Ästhetik und Farbdramaturgie von Film-Musicals der 1950er- und 60er-Jahre. Der Übergang zur Figuration entstand aus dem Bedürfnis nach Selbstbestimmung durch Darstellung. In meinen Arbeiten verhandle ich Fragen von queerer und kultureller Identität vor dem Hintergrund meiner eigenen Biografie. Malerei dient mir dabei als Bühne, auf der sich persönliche Narrative, Popkultur und performative Selbstentwürfe verbinden.
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