Studentin, Akademie Düsseldorf, Meisterschülerin Prof. Gostner
Silja Wendt untersucht, wie Räume uns körperlich, emotional und gedanklich formen und wie wir sie im Gegenzug prägen und transformieren. Papier dient ihr dabei als materielles Gegenstück zu diesem Denken. Es ist allgegenwärtig, wandelbar und trägt zugleich die Spuren seiner Nutzung. Seine Fähigkeit, sich immer wieder neu zu formen und in unterschiedliche Kontexte einzutreten, spiegelt jene Prozesse wider, durch die auch Orte sich fortlaufend verändern, schichten und neu angeeignet werden. Durch eine Papiergusstechnik werden Spuren und Staub, ähnlich wie Erinnerungen, im Material gespeichert. Auch der Untergrund, auf den gegossen wird, schreibt sich in die Oberfläche ein und bildet die Grundlage für ein neues Gefüge. So entstehen Installationen, die den Ausstellungsraum wesentlich mit ihrer Präsenz beeinflussen und ihn häufig selbst transformieren. In ihrer malerischen Praxis führt Silja Wendt diesen Gedanken weiter: Die Farbe verbleibt nicht auf ihrem ursprünglichen Malgrund, sondern wird nach dem Trocknungsprozess auf einen neuen Untergrund mit eigenen Eigenschaften übertragen. Die Farbe „reist“ so von Ort zu Ort, nimmt deren Atmosphäre auf und verbindet sie zu einer neuen Einheit.
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